Schon als Kind habe ich gern mit Farben gespielt und mich an ihrer Leuchtkraft gefreut. Völlig versunken konnte ich die Farbigkeit einer Pfauenfeder bewundern oder die Vielfarbigkeit der Steine im Rhein beim Tauchen.
Nach einem längeren Intermezzo als Sozialpädagogin in der Jugendarbeit hat es mich später wieder zum Malen und Gestalten geführt. Ende Dreissigjährig begann ich eine Ausbildung zur Kunst-, Mal- und Gestaltungstherapeutin und habe viele Jahre in diesem Beruf gearbeitet.
Inzwischen male ich nur noch privat und hin und wieder biete ich Malgruppen im kleinen Format an. Zum Beispiel in den Sommermonaten an einem Vormittag pro Woche eine Gruppe „Meditatives Malen“ draussen in der Natur. Meditatives Malen ist intuitiv, es geht nicht in erster Linie um das Produkt, sondern um das achtsame Wahrnehmen des eigenen Tuns, das Entspannen beim Malen. (Und natürlich das Ausprobieren und Spielen mit verschiedenen Materialien und Techniken.)
Oder ich treffe mich mit einer Freundin zu einem Malnachmittag, wobei wir jedesmal wieder darüber erstaunt sind, wie schnell uns die Zeit vergeht.
Für mich hat Malen nichts mit Ansprüchen an sich selbst zu tun, es gibt kein Richtig oder Falsch. Das Bild entsteht im Prozess und meist bin ich am Schluss überrascht, was sich nun auf dem Papier oder der Leinwand zeigt. Es ist ein Eintauchen in die Welt der Farben und der verschiedenen Materialien. Wahrnehmen, ausprobieren, verwerfen, wieder ausprobieren, frustriert sein und immer wieder Freude, das Erleben von Harmonie und Stimmigkeit, sich verbunden fühlen mit dem, was da entsteht. Sich selbst in der eigenen Kreativität und Fantasiekraft erleben zu dürfen macht glücklich.